Blockchain – nur ein Buzzword?

Blockchain ist in aller Munde und manche verkaufen es gar als Allheilmittel. Ein Phänomen, das sich häufig beobachten lässt, wenn aus einer einst guten Idee ein Buzzword wird. Doch ist Blockchain wirklich nur ein Buzzword? In diesem Beitrag wollen wir versuchen, uns einmal ganz buzzword-frei anzuschauen, was die Technoloie zu bieten hat. Los geht’s!

Eine Blockchain ist eine spezielle Form der Distributed-Ledger-Technologie. Sie ist eine dezentrale Datenbank, in der replizierte, gemeinsam genutzte und synchronisierte digitale Daten gespeichert werden. Alle Teilnehmer eines DLT-Netzwerks halten parallel den gleichen Datenbestand und haben gemeinsame Schreib- und Leserechte auf die Daten. Grundsätzlich gibt es keinen zentralen Administrator oder zentralen Datenspeicher. Neue Datensätze können jederzeit von den Teilnehmern vorgeschlagen werden. Ein Konsens- und Aktualisierungsprozess sorgt dafür, dass alle Teilnehmer über den gleichen Datenbestand verfügen.

Alle Blöcke der Blockchain sind über Verschlüsselungsverfahren miteinander verbunden. Werden die Daten in einem Block nachträglich geändert, kann dies sofort festgestellt werden. Man kann sich dies wie ein Puzzle vorstellen. Wird ein Puzzleteil verändert, dann passt irgendwie das ganze Puzzle nicht mehr.

Hört sich bisher alles sehr theoretisch an? Dann schauen wir uns doch einmal ein kurzes Beispiel an: Auf dem Gebrauchtwagenmarkt kommt es nicht selten vor, dass der Kilometerstand eines Fahrzeugs für den Weiterverkauf manipuliert wird. Der Kunde kann das oft nicht nachprüfen. Würde das Auto zum Beispiel nach jeder Fahrt den Kilometerstand in einer Blockchain speichern, so würde dieser Kilometerstand bei verschiedenen Teilnehmern und auf verschiedenen Servern des Blockchain-Netzwerkes abgelegt und kann nachträglich nicht mehr geändert werden. So könnte jeder potenzielle Käufer auf der Blockchain einsehen, ob der angegebene Kilometerstand des Fahrzeugs korrekt ist.

Und auch für eine Bank kann die Blockchain-Technologie einiges bieten. Wir haben folgende drei Funktionen der DLT identifiziert, die für unsere Branche besonders interessant sind: (1) die sogenannte Tokenisierung von Assets, (2) die unveränderbare Datenspeicherung, (3) die automatisierte Ausführung von Verträgen, sogenannte Smart Contracts.

Durch diese drei Funktionen könnte z.B. ein Wertpapier

als eine Art “digitales Objekt” auf der DLT kreiert werden und mit Bedingungen wie Zins- und Tilgungszahlungen verknüpft werden. Diese Bedingungen könnten wiederum auch digital auf der DLT gespeichert werden und automatische Zahlungen auslösen. Die digitalen Objekte ließen sich problemlos zwischen verschiedenen Parteien handeln, wobei jederzeit sicher nachvollzogen werden kann, wer der Eigentümer des digitalen Objektes ist.

Weitere interessante Anwendungsfelder finden sich in der Handelsfinanzierung sowie im Zahlungsverkehr und dabei insbesondere im Bereich Auslandszahlungsverkehr oder bei sogenannten Maschine-zu-Maschine Zahlungen, wie sie in einer Industrie 4.0 zu erwarten sind. DLT lässt sich auch im Bereich Know your Customer (KYC), Reporting oder Betrugsbekämpfung in der Bank nutzen und kann helfen, Kosten zu reduzieren und Betrug zu minimieren.

Na, was meint ihr? War das jetzt wirklich nur Buzzword-Bingo oder seid ihr bezüglich Blockchain ein bisschen schlauer? Wir freuen uns auf jeden Fall schon, gemeinsam mit euch am 5. März noch mehr über die Technologie zu erfahren. Wir sehen uns auf dem Campus Westend!